S

Bündnis 90/Die Grünen

Kreisverband Neu-Ulm

Toni Hofreiter in Ulm

Foto: Klaus Rederer         Text: Christoph Mayer, Hans-Uli Thierer (SWP)

Er ist ein Oberbayer und macht daraus phonetisch keinen Hehl. Und er ist ein Obergrüner, steht derzeit als solcher in der Kritik, der er sich wacker stellt:

Die blonde Mähne, die ihm den Hauch des 68ers verleiht, ist sein Markenzeichen.  Das Bayerische hat er sprachlich intus. Im Fernsehen wirkt er immer ein wenig freudlos, ein bisschen wie eine personifizierte Spaßbremse. Auch im Forum der SÜDWEST PRESSE gestern Abend im Stadthaus vor ein bisschen weniger Besuchern als üblich trat der Grünen-Fraktionssprecher im Bundestag überwiegend sachlich und nüchtern auf, pragmatisch und die Dinge analysierend. Ganz Naturwissenschaftler eben, einer auf Tiefgang.

Anton Hofreiter im Forum mit den Chefredakteuren Christoph Schwennicke (links) und Ulrich Becker                Foto: Klaus Rederer  

Und doch lernte das Publikum in der Fragerunde mit gleich zwei Chefredakteuren -
Ulrich Becker von unserer Zeitung und Christoph Schwennicke vom Monatsmagazin
"Cicero", mit dem unser Blatt eine publizistische Kooperation eingegangen ist - auch einen anderen Hofreiter kennen. Den Toni mit diesem bayerischen Augenzwinkern, der freilich weiter lieber sanft austeilt als dass er kräftig gegen Schienbeine haut. Denn: Ob Parteifreunde, die anderer Ansicht sind, oder politische Gegner: "Ein anständiger Umgang mit Menschen ist kein Fehler." Ist er womöglich zu sanft? "Meine Art ist es nicht, Leute öffentlich in den Senkel zu stellen."

Hofreiter holzt also auch dann nicht, wenn er wie in der Asylfrage diametral anderer Meinung ist als beispielsweise Claudia Roth. Und deutlich macht, dass er da dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann nahe steht. Dass innerhalb der Grünen darob heftig gestritten wird, kann ihr Bundestagsvorsteher nun ganz und gar nicht schlimm finden. "Streit tut der Sache
doch nur gut. Gerade in einem Land, das darunter leidet, dass die Merkel gar nichts mehr zulässt."

Foto: Klaus Rederer  

Lassen die Grünen womöglich zu viel zu - und deshalb Federn? Hofreiter ist so unzufrieden nicht, wie die Wahlen zuletzt gelaufen sind. Überall gewählt, "auch wenn man sich immer bessere Ergebnisse vorstellen kann". Generell: "Politik ist volatil geworden." Eine schwankende Sache also, ereignisbestimmt. Leider zu selten so stur, dass sie auch wirkungsmächtig wird, wie Hofreiter doziert. Grüne kaum oben, schon wieder unten. Piraten demoskopisch bereits im Bundestag und am nächsten Tag weg vom Fenster.

Sind die Grünen eine Partei, die jedem alles vorschreiben will? "Der Veggie-Tag war Quatsch. Albern." Albern deshalb, weil ein vegetarischer Tag nicht die Antwort sein könne auf die Katastrophe, die der fatale Kreislauf von großindustrieller Agrarpolitik, gentechnisch manipulierter Futtererzeugung und Massentierhaltung anrichte. Es spricht der promovierte Biologe.

Noch ein Themenwechsel in diesen Ritt durch die Berliner Politikwelt: Grüne und

Kriegseinsätze. Hofreiter hält militärisches Eingreifen als "Nothilfe-Intervention" im Einzelfall für geboten, gar notwendig. "Militär kann Nothilfe sein, es löst aber keine Konflikte. Konflikte löst nur entschiedene Politik."In diesem Zusammenhang lockert Hofreiter dann auch mal die Spaßbremse und schildert den Zustand der Bundeswehr so: "Seit zehn Jahren stellt die Union den Verteidigungsminister. Die Bundeswehr fährt nicht, fliegt nicht, schwimmt nicht." Seine wiederum ernst gemeinte Frage darauf: "Was machen die mit den 30 Milliarden, die sie jährlich bekommen?"

Elke Reuther, Rainer Juchheim und ein Bierchen           Foto: Klaus Rederer 

Zur Person Anton Hofreiter ist ein waschechter, weil gebürtiger Münchner. Er ist 44 Jahre alt, konfessionslos und ledig. Nach dem Abi studierte er Biologie, das Fach, in dem er dann auch promovierte. Seit elf Jahren ist er tätig als unabhängiger Postdoc, also wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Systematische Botanik. Er ist Mitglied in mehreren Natur- und Umweltverbänden.

Zur Politik Den Grünen gehört Hofreiter seit 1986 an. Er begann in den Niederungen der Parteiarbeit, war von 1988 bis 1995 Sprecher im Ortsverband Sauerlach im Landkreis München. Dort war Hofreiter Gemeinderat und Kreisrat, er hat also kommunalpolitische Erfahrung gesammlt. Dem Bundestag gehört er seit 2005 an, war bis 2013 Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Seit einem Jahr ist Hofreiter einer der beiden Vorsitzenden der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Zu Ihrer Anfrage gibt es keine Treffer.

Umwelt und Gerechtigkeit nur mit Grün. Zweitstimme Grün!
Bundestagswahl: 5 Grüne Themen
Bundestagswahl: Wahlprogramm von Bündnis 90/Die Grünen
Stopp Glyphosat: Unterzeichne jetzt die Bürgerinitiative!
WhatsApp: Schicj mir Infos von Katrin und Cem
Flüchtlinge: Fakten gegen Parolen
Volksbegehren Betonflut eindämmen in Bayern
Unterschreiben: AKW Gundremmingen - Beide Blöcke B und C in 2017 abschalten
Newsletter abonnieren oder abbestellen
Kiene Alternative für Deutschland
Partei ergreifen. Mitglied werden!

Diese Website ist gemacht mit TYPO3 GRÜNE, einem kostenlosen TYPO3-Template für alle Gliederungen von Bündnis 90/Die Grünen